Umfrage-Ergebnisse: Arbeiten und Studieren in Corona Zeiten

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Karin Ortner
18. Mai 2020

Zwischen 28. April und 14. Mai wurde hier auf dem Blog arbeitenundstudieren.at der Arbeiterkammer eine Kurzbefragung durchgeführt, um ein Stimmungsbild zu erhalten, wie es den berufstätigen Studierenden derzeit geht. Knapp 500 Studierende haben an der Erhebung teilgenommen. Die rege Teilnahme an der Befragung und die zahlreichen Kommentare und offenen Antworten zeigen, wie vieleitig die Problemlagen sind und wie massiv berufstätige Studierende von dieser Krise betroffen sind.

Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

Finanzielle Situation für knapp die Hälfte spürbar schlechter

„Zwischen Panikattacken und Bewerbungen schreiben, schaffe ich es kaum an meiner Masterarbeit zu schreiben“

Fast die Hälfte der befragten berufstätigen Studierenden arbeitet krisenbedingt weniger (22 Prozent) oder gar nicht mehr (27 Prozent). Dementsprechend gibt auch fast die Hälfte an, dass ihre finanzielle Situation seit Beginn der Krise spürbar schlechter geworden ist. 

Geringfügig Beschäftigte sind besonders oft und hart betroffen

„Studienbeitrag, Selbstversicherung und Studierendenheim müssen bezahlt werden, Studieren geht aber nicht. Weil Kurzarbeit für Geringfügige nicht möglich ist, muss ich um jede mögliche Arbeitsstunde kämpfen, damit ich weiterhin ein Einkommen habe …

Besonders prekär ist die Entwicklung für jene, die geringfügig beschäftigt waren (29 Prozent). In dieser Gruppe stellen mehr als 60 Prozent fest, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert hat. Sie haben keinen Anspruch auf Unterstützung durch das AMS. Dadurch fehlt ihnen jeder Euro. 

Fast ein Drittel der Befragten fühlt sich von ihrer Hochschule schlecht betreut

Fehlende Infos von der Uni Unsicherheit ob Prüfungen stattfinden (wann man Urlaub nehmen muss etc)

Befragt nach etwaigen Problemen, Studium und Beruf in der Krise zu vereinbaren, geben knapp 20 Prozent an, dass die Situation am Arbeitsplatz belastend ist. Fast 30 Prozent fühlen sich von ihrer Hochschule nicht gut betreut.

Über 80 Prozent der Studiengebühren-Zahlenden lehnen diese ab

 

„Bitte kämpft für uns weiter, diese knapp 400 Euro Studiengebühren würden mir alles bedeuten“

Dass trotzdem Studiengebühren bezahlt werden müssen, ist für die meisten Befragten unverständlich: 30 Prozent jener, die Studiengebühren bezahlen, finden den Studienbeitrag generell nicht Ordnung. Und gut die Hälfte der Zahlenden (52 Prozent) ist der Meinung, dass unter den derzeitigen Umständen Studiengebühren unangebracht sind.

Detailergebnisse und alle offenen Antworten und Kommentare im Überblick:

Gesamtergebnis

Vergleich Frauen / Männer

Geringfügig Beschäfte

 

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5 Gedanken zu „Umfrage-Ergebnisse: Arbeiten und Studieren in Corona Zeiten“

  1. Meine Kinder, beide Studenten, beide geringfügig beschäftigti, beide durch Corona Arbeit verloren, beide Einkommenseinbußen. Beide fallen bei sämtlichen Maßnahmen durch den Rost. Ein Hilfspaket nach dem anderen wird für die Wirtschaft geschnürrt. Da spielt das Geld keine Rolle – Schlagwort „What ever it takes“. Wie viele von den Studierenden werden nach Corona wieder eine Beschäftigung finden? Wieviele werden auf der Strecke bleiben? Nicht jeder bekommt ein Selbsterhalterstipendium!

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