Fernstudium im Check: Anerkennung, Förderungen und Durchlässigkeit

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Astrid Leonhartsberger-Ledl
20. Mai 2026

Studieren unabhängig von Zeit und Ort – für viele ist ein Fernstudium eine attraktive und flexible Option. Wer sich näher damit beschäftigt, stellt jedoch schnell fest: Das Angebot ist vielfältig und wirft einige zentrale Fragen auf:

  • Wie anerkannt bzw. verwertbar sind Abschlüsse von Fernuniversitäten am österreichischen Arbeitsmarkt?
  • Wie sieht es mit Förderungen aus?
  • Berechtigen Abschlüsse von Fernuniversitäten zu weiterführenden Studien – etwa Masterabschlüssen?
  • Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Fernuniversitäten?

 

Unterschiede zwischen den Fernuniversitäten / Förderungen

In Österreich bestehen Kooperationen mit der Hamburger Fernhochschule bzw. der Fernuni Hagen und das hat vor allem auch Relevanz in Bezug auf die Finanzierung: Studierende an der Fernuniversität in Hagen und der Hamburger Fernhochschule (HFH) können um eine Studienunterstützung ansuchen.

Damit sind sie derzeit die einzigen Fernuniversitäten, bei denen in Österreich eine Förderung möglich ist  – zusätzlich zur steuerlichen Absetzbarkeit von Bildungskosten.

Neben den Förderungen sollten auch folgende Aspekte vorab geklärt werden:

Formale Anerkennung

Grundsätzlich gelten Abschlüsse von Fernuniversitäten als formal anerkannt, da viele dieser Hochschulen staatlich akkreditiert und Teil des Bologna-Systems sind. Bachelor- und Masterabschlüsse dürfen daher geführt werden und ermöglichen grundsätzlich Bewerbungen in Österreich.

Berufliche Anerkennung und Verwertbarkeit

In nicht reglementierten Bereichen wie Wirtschaft, IT oder Management zählen häufig Berufserfahrung und praktische Fähigkeiten. In diesen Bereichen werden Abschlüsse privater Fernhochschulen – als Zusatzausbildung – meist gut akzeptiert. Wesentlich ist natürlich auch, ob es sich bei dem gewählten Fernstudium um eine akademische „Erstausbildung“ handelt, oder ob man die Ausbildung für Karrierezwecke in einem bestehenden Dienstverhältnis braucht.

Schwieriger kann es bei reglementierten Berufen werden, etwa im Gesundheitswesen, im Lehramt oder in der Sozialarbeit. Hier können zusätzliche Anerkennungsverfahren oder eine Nostrifizierung erforderlich sein. Teilweise werden bestimmte Curricula oder Praxisanteile verlangt, die nicht jedes Fernstudium erfüllt.

Durchlässigkeit zum Masterstudium

Die Durchlässigkeit von Fernstudienabschlüssen ist ein weiterer wichtiger Unsicherheitsfaktor. Zwar können Abschlüsse privater Fernuniversitäten grundsätzlich zu einem Masterstudium in Österreich berechtigen, die Entscheidung trifft jedoch immer die jeweilige Hochschule. Ein automatischer Anspruch auf Zulassung besteht nicht.

Dabei werden insbesondere Inhalte, ECTS-Punkte, wissenschaftliche Tiefe und Praxisanteile geprüft. Besonders beim Wechsel von privaten Fernhochschulen zu öffentlichen Universitäten können Auflagen, Ergänzungsprüfungen oder auch Ablehnungen vorkommen.

Gerade beim Wechsel:

  • von FH → Universität,
  • von privater Fernhochschule → öffentliche Universität,
  • oder bei spezialisierten Studiengängen

kann es passieren, dass:

  • einzelne Fächer bzw. Module nachgeholt werden müssen,
  • oder eine Zulassung generell abgelehnt wird.

Fazit

Wer an einer Fernuniversität studieren möchte, sollte im Vorfeld (!) unbedingt zentrale Aspekte wie die Finanzierbarkeit, die spätere Verwertbarkeit des Abschlusses sowie die Durchlässigkeit zu weiterführenden Studiengängen sorgfältig prüfen und klären. Ein etwaiger Zusatzaufwand bei der Anerkennung ist zu beachten.

 

 

 

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