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Studierendensozialerhebung 2025: Die soziale Lage der Studierenden in Österreich

Bild von Hannah Czernohorsky
Hannah Czernohorsky
23. April 2026

Die aktuelle Studierendensozialerhebung des Instituts für Höhere Studien bietet umfassende Einblicke in die soziale Lage der Studierenden in Österreich. Rund 36.000 Studierende an Österreichs Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen und Privatuniversitäten haben sich an der Erhebung beteiligt.

Problemfeld Arbeiten & Studieren

Die meisten Studierenden müssen neben dem Studium arbeiten, um sich ihr Leben leisten zu können. Weiterhin sind über zwei Drittel der Studierenden erwerbstätig. Im Schnitt arbeiten sie etwa 20 Stunden die Woche. Für 71% ist die Erwerbsarbeit aber keine freie Entscheidung, sondern für die Bestreitung der Lebenserhaltungskosten unbedingt notwendig. Dabei zeigen die Daten klar: Je mehr Studierende arbeiten, desto stärker leidet das Studium: mit zunehmendem Stundenausmaß sinkt der Zeitaufwand für das Studium ab. So berichten auch 40% der Studierenden, dass es schwierig ist, Job und Studium zu vereinbaren.

Finanzielle Belastungen

Die Lebenserhaltungskosten sind für Studierende seit der letzten Erhebung 2023 weiter um 6 % angestiegen. Den Großteil der monatlichen Ausgaben machen Wohnen (38 %) und Essen (21 %) aus. Besonders die steigenden Wohnkosten setzen Studierende massiv unter Druck. Die Kosten für ein Zimmer im Studierendenwohnheim stiegen beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren um unfassbare 61% an.

Bei dem Anteil der Studierenden mit finanziellen Schwierigkeiten gab es im Vergleich zur vorigen Erhebung eine Verbesserung von 29 % auf 25 %. Davon sind allerdings weiterhin spezifische Gruppen, wie beispielsweise Studierende mit nicht wohlhabenden oder Eltern, Alleinerziehende, Studierende aus Drittstaaten oder Studierende mit Migrationshintergrund besonders betroffen. Rund 14% der Studierenden sind sozial und materiell depriviert, wobei 9 % erheblich depriviert sind. Das bedeutet, dass es aus finanziellen Gründen beispielsweise nicht möglich ist, wichtige Ausgaben wie Reparaturen zu tätigen, oder an kostenpflichtigen sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Hier zeigt sich eindeutig die Notwendigkeit für eine erhebliche Anhebung der Studierendenbeihilfe und die bessere finanzielle Absicherung von Studierenden in Österreich. Studieren darf nicht zur Armutsbetroffenheit führen.

Bildungschancen in Österreich

In Österreich sind etwa 54% der Studierenden „First-Generation-Students“. Das heißt, dass kein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt. Besonders viele First-Generation-Students studieren an den Fachhochschulen und in berufsbegleitenden Studiengängen. Obwohl mittlerweile viele Menschen als erste in ihrer Familie ein Studium aufnehmen, sind Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss im österreichischen Bildungssystem weiterhin benachteiligt. Die Studierendensozialerhebung weist auf die starke Vererbung von Bildung in Österreich hin. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch ein Studium beginnt, ist etwa 2,5 mal höher, wenn der Vater eine Matura hat. Doch auch, wenn das Studium einmal begonnen wurde bleiben Probleme für Studierende aus Familien mit geringen Bildungsabschlüsse bestehen. Studierende, deren Eltern höchstens über einen Pflichtschulabschluss verfügen sind öfter von finanziellen Schwierigkeiten betroffen und weisen öfter ein reduziertes Wohlbefinden auf.

Mehr Informationen zur Studierendensozialerhebung findest du hier.

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