Quelle: Pixapay

Jahresbeginn als Chance für gesunde Routinen

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Sabine Stadler
2. Januar 2026

Wer arbeitet und studiert – oder studiert und arbeitet – kennt das Gefühl, ständig mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft zu haben: Job, Vorlesungen, Prüfungen, Deadlines, vielleicht noch Freund:innen, Familie und ein bisschen Freizeit. Dieses Jonglieren erfordert viel Kraft und kann auf Dauer Körper und Psyche belasten.

Genau hier setzt unsere Serie zu Mental Health an. In den kommenden Wochen teilen wir hier Ideen und alltagstaugliche Impulse, wie ihr eure inneren Ressourcen stärken könnt. Wir zeigen, welche Anlaufstellen unterstützen, wenn es zu viel wird und werfen einen Blick darauf, wie es Studierenden aktuell geht.

Der Jahreswechsel ist der ideale Reset-Knopf, um den eigenen Alltag neu zu justieren und Routinen zu entwickeln, die die psychische Gesundheit langfristig schützen. Gerade wenn Arbeit und Studium parallel laufen, sind klare Strukturen kein Luxus – sondern echte Selbstfürsorge.

Warum Routinen die Psyche entlasten

  • Routinen geben Halt. Sie nehmen Druck aus dem Alltag und helfen dem Kopf, zur Ruhe zu kommen.
  • Ein stabiler Schlafrhythmus, also täglich möglichst zur gleichen Zeiten Schlafengehen und Aufstehen, unterstützt den circadianen Rhythmus und die Melatonin-Ausschüttung. Das verbessert Schlafqualität, Energie, Konzentration und Stimmung – zentrale Ressourcen, wenn Job und Studium gleichzeitig laufen.
  • Ein geregelter Tagesablauf stabilisiert den „sozialen Rhythmus“ und steht in engem Zusammenhang mit psychischem Wohlbefinden. Bewusst geplante Lern- und Arbeitsblöcke, inklusive Pufferzeiten, sind genauso wichtig wie fix terminisierte Pausen.

Mindset und Parasympathikus

  • Kurze, wiederkehrende Rituale helfen dem Nervensystem, umzuschalten: eine fünfminütige Atemübung vor der Vorlesung, ein fixer Spaziergang nach der Arbeit oder ein bewusstes „Shutdown-Ritual“ am Abend. Besonders wirksam: Box Breathing – vier Sekunden einatmen, vier halten, vier ausatmen, vier halten. Mehrmals wiederholen, Stresslevel sinkt.
  • Freundlich mit dir selbst sein ist keine Floskel, sondern eine Haltung. Veränderung gelingt besser, wenn sie aus Wertschätzung entsteht, nicht aus Selbstkritik. Rückschläge gehören dazu. Wer sich selbst mit Mitgefühl begegnet, findet schneller zurück in hilfreiche Routinen.
  • Die „Gut-genug“-Praxis ersetzt Perfektionismus. Nicht alles muss optimal sein. Oft reicht: Ich tue das für mich. Ich möchte mich gesünder und stabiler fühlen. Diese Haltung richtet den Blick auf das, was schon da ist – und auf die Erkenntnis: Du genügst.

Digital Detox füllt das Energie- und Zeitkonto

  • Digitale Pausen senken nachweislich Stress und Reizüberflutung, verbessern Konzentration und emotionale Stabilität. Bildschirmfreie Zeit wird vor allem eine Stunde vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen empfohlen, das wirkt sich positiv auf unsere Schlafhormone aus und hebt das Energieniveau.
  • Multitasking ist ein Mythos. Unser Gehirn kann etwa 60–90 Minuten konzentriert arbeiten solange es nicht ständig abgelenkt wird, also Handy ins Nebenzimmer, Benachrichtigungen aus, Schreibtisch aufräumen. Wer lernt, fokussiert zu arbeiten, holt sich wertvolle Zeit für die wichtigen Dinge im Leben raus.

Erholung, Bewegung und soziale Anker

  • Erholung ist die Voraussetzung für Lernen und Entwicklung. Regeneration hilft, Erlebtes und Gelerntes zu verarbeiten. Am besten funktioniert das im Schlaf – wir können es nicht oft genug wiederholen.
  • Soziale Kontakte sind Schutzfaktoren. Geplante Pausen, Treffen mit Freund:innen, Lerngruppen oder ehrliche Gespräche über Belastungen schützen vor Isolation und tragen wesentlich dazu bei, psychisch gesund durch fordernde Semester und Arbeitsphasen zu kommen.
  • Bewegung wirkt: Gehen ist einfach, in den Alltag zu integrieren und jeder Schritt wirkt sich nachweislich positiv auf unsere körperliche und emotionale Gesundheit aus. Beim Gehen lässt es sich übrigens erstaunlich gut lernen. Einfach Lernstoff via App in ein Hörbuch umwandeln und Bewegung mit Wissenserwerb kombinieren.

Mental Health beginnt nicht erst, wenn alles zu viel wird. Sie entsteht im Alltag – durch kleine Entscheidungen, gute Routinen und einen freundlichen Blick auf sich selbst. Der Jahresbeginn ist ein guter Moment, damit anzufangen. Schritt für Schritt. Nicht perfekt. Aber mit Sicherheit gut genug. Healthy New Year 2026!

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Sabine Stadler
Sabine Stadler ist Referentin in der Abteilung Bildung Jugend und Kultur in der Arbeiterkammer Salzburg. Sie hat an der Johannes Kepler Universität in Linz Wirtschaftswissenschaften studiert und 2004 ein Erasmus-Jahr in Finnland verbracht. Nach dem Studium war sie vier Jahre als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Paris Lodron Universität Salzburg tätig. 2011 übernahm sie für zwei Jahre die Bereichsleitung in einem Sozialökonomischen Betrieb. Nach der Geburt ihres Sohnes ist sie 2014 bei der Arbeiterkammer Salzburg in die Bildungsabteilung eingestiegen.

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